Senioren Internet Marktheidenfeld
Von Senioren für Senioren


Nach 12 Monaten

Mit zwei Computern, einer gehörigen Portion Idealismus und Einsatzfreude fingen sie vor genau einem Jahr an: Dienstagnachmittag am 08.08.2002 feierten die Verantwortlichen des ersten Marktheidenfelder Internetcafés für Senioren in ihren Räumen im Franck-Haus dessen ersten Geburtstag. Mehr als 415 Besucher zählten die Betreiber des Senioren-Projekts in den ersten 12 Monaten. Rund zwei Drittel davon seien „Wiederholungsbesucher“, erklärt Walter Klein vom Verein der Computeranwender AUGE, der zusammen mit Franz Böck, Georg Simon und Marita Oetzel die Surfer unterstützt, Fragen beantworten und eingreifen, wenn einer mal nicht mehr weiter weiß. „Ich bin froh, dass es so etwas hier gibt“, stellt Helene Baumbach fest. „Zu Hause habe ich niemanden, der mir hilft – und die jungen Leute sind zu ungeduldig, wenn man etwas nicht gleich versteht“, lacht die Marktheidenfelderin, die zum harten Kern des Internetcafés gehört.

Herbert Schmidt, der diese bisher in Marktheidenfeld einmalige Einrichtung initiierte und bis heute noch fünf weitere Internetcafés in Würzburg, Schweinfurt, Marktbreit, Ochsenfurt und Aschaffenburg eingerichtet hat, ist mit der bisherigen Bilanz zufrieden. „Die Frage, ob wir weitermachen, stellt sich bei diesem Zulauf nicht mehr“, stellt er fest. Über 3700 Besucher habe er in allen sechs Cafés zusammen bis heute gezählt. Noch in dieser Woche werde das siebte Internetcafé in Kitzingen eröffnet, verrät er. Das gibt Ansporn für die Zukunft. Inzwischen besuchen 20 bis 30 Senioren im Alter zwischen 50 und 70 Jahren wöchentlich das Marktheidenfelder Internetcafé, berichtet Klein. „Wenn die erst einmal die Hemmschwelle überwunden haben, kommen sie immer wieder.“ Auch Gertrud Zöller ist so jemand. Seit sechs Wochen gehört sie zum Besucherstamm. „Daheim komme ich nicht weiter, wenn ich mich am Computer nicht auskenne. Hier ist immer jemand da, der hilft“, erklärt die Marktheidenfelderin. Seit dem Frühjahr surft auch Gertrud Klein intensiv im virtuellen Netz. „Das Gefühl, dass ich mit der Kiste zurechtkomme und nicht immer meinen Mann brauche, ist toll“, schwärmt sie. Besonders über die Sehenswürdigkeiten der Umgebung und über ihre Urlaubsreisen habe sie sich bisher im Internet informiert.

Zum Einjährigen hatte der Schatzmeister des Computervereins AUGE, Jürgen Thau, dem Internetcafé noch ein Geburtstagsgeschenk mitgebracht: einen neuen Computer. Somit stehen den Senioren jetzt vier Geräte zur Verfügung, denn bereits vor einem dreiviertel Jahr habe man ein drittes Gerät anschaffen können, sagt Klein. Der Computerfachmann plant für die Zukunft eine intensive Zusammenarbeit mit dem Marktheidenfelder Seniorenbeirat. Auch Bürgermeister Dr. Leonhard Scherg ist zufrieden mit der Einrichtung im Franck-Haus. Sein Kommentar: „Super, macht weiter so!“


 
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